« Archiv

Newsletter unterhaus 16.10. bis 22.10.2017


 MO 16. & DI 17.10.

Die Rheingoldtöchter
Hildegard Bachmann & Ulrike Neradt & Margit Sponheimer
am Flügel: Frank Golischewski
Gegen den Strom
Musikalische Revue durch die Untiefen der Gefühle
 
"Vergeßt die 3 Tenöre. Hier erleben Sie die klassischen Dramen des Daseins!"(F.G.) Mit den Nichten der Loreley, den unehelichen Töchtern aus Wagners "Rheingold", den Nixen, Sirenen, die Odysseus um den Verstand brachten, denen Heine sein berühmtes Gedicht widmete.
Welcome Woglinde, Wellgunde, Flosshilde! Immer einen Wellenschlag voraus: Hildegard Bachmann, Ulrike Neradt, Margit Sponheimer. Schwimmen gegen den Strom. Drei "Zauberwesen" – forever young – singen von den Untiefen des Lebensflußes und den heiteren Wellen an den Gestaden der Liebe. Wie im richtigen Leben! Frauen-Power pur! Mal solo, mal im Duett, mal im Dreierpack.
"Walküre" Hildegard outet sich als Stewardeß "Babette vom Jumbo-Jet", ist gewöhnt an ihr Gewicht und kann sich nicht helfen: "Ich find mich schön!" Joggerin Ulrike, "femme entre deux ages", beklagt den ungleichen Zwei-Kampf zwischen Bauchrolle und Rollbraten, berichtet von desillusionierenden "Klassentreffen", gesteht, daß sie 14 Jahre mit Spitzenkoch Lafer zusammengearbeitet hat, ohne sich je einen Tip gemerkt zu haben und erzählt, "Wie man eine Torte macht", eine "Dorte" backen nach Johanns Rezept... bis zum 8. Versuch... Das 'goldisch Meenzer Mädche' Margit hingegen "möchte schlank sein wie ein Mannequin", wünscht sich einen richtigen Kerl, einen "Mann vom Bau"..., bis 'es Magitsche' über ein Festmahl parliert mit "Heile heile Gänsje"... Ui-jui-jui-jui-jui-jui-jui-au-au-au-au-au!!
"So lang nicht die Hose am Kronleuchter hängt" agieren die Damen mal witzig, mal wehmütig, frisch & munter als Prinzessinnen, als Rapunzel, Frau des Froschkönigs..., vorzüglich geleitet und begleitet von ihrem ganz persönlichen Alberich, der ihnen schon in "Feucht & Fröhlich" die Rollen und Lieder auf den Leib geschrieben hat: Frank Golischewski, Steuer- und Pianomann, der auch den einen oder anderen eigenen Song beisteuert.
Leinen los! für "Die Rheingoldtöchter"! Gegen den Strom!

 
DI 17.10.
Roberto Capitoni
Ein Italiener kommt selten allein!
Das aktuelle Comedy-Programm
 
Roberto "Chamäleon" Capitoni – König der 1001-Grimassen, ein stimmgewaltiger Comic-Geräusche-Macher mit unerschöpflichem Slapstick- und Klamauk-Potential, zelebriert lebendige Stand-up-Comedy in 4D: Sehen, Hören, Fühlen, Lachen!
Ein Sizilianer mit schwäbischen Wurzeln, penibel und feurig! Deshalb dreht sich jetzt alles um das Thema AMORE!
Doch bei allen Betrachtungen stets im Schlepptau: La Famiglia! Mamma Mia! Ein Chianti-Faß ohne Boden. "Ein Italiener kommt selten allein!" Selbst beim ersten Date ist 'Paten'-Onkel Luigi dabei! Welche Frau findet Gnade vor'm schwäbisch-sizilianischen Familien-Tribunal? Spätzle oder Spaghetti, das ist hier die Frage.
Probleme hin, Konflikte her, eigentlich weiß Roberto am besten, was er will! Bis Luigi tief in sein Schatzkästlein kluger Ratschläge greift. Widerspruch zwecklos! Denn Luigi kann auch anders! Stichwort: "Betonschuhe in Einheitsgrößen"! Der Rest ist Schweigen...

 
MI 18.10.
Deutscher Kleinkunstpreis 2006
Rolf Miller
Alles andere ist primär
Das aktuelle Kabarett-Solo
 
"Reden ist Schweigen, Silber ist Gold." Deshalb fläzt sich das aufmüpfige Biedermännchen spitzbübisch grinsend, panikartig-entspannt, breitbeinig auf den Stuhl, lehnt sich behaglich zurück, verschränkt die Arme, guckt frech in die Runde und sagt – nichts. Und viel. "Wenn der Schuß nach vorne losgeht!"
Im eigentümlichsten Dialekt der Welt werden, "rein vom Ding her", Binsenweisheiten gedroschen, die der Prachtkerl des geistigen Salto mortale genial verdreht. "Im Vergleich zum Unterschied" löffelt der bornierte Besserwisser genüßlich im Eingemachten, zieht entlarvende Kurzschlüsse, outet die auf Halbwissen gestützte Kleingeistigkeit des Normspießers und ortet, ganz nebenbei, das Politische im Privaten.
"Ja, aber das ist das!" Ein  Schwadroneur, der sich klug von Geistesblitz zu Gedankenexplosion hangelt, von der Türsteherachse Frankfurt-Mannheim-Berlin über "Standstreifengesicht" Putin und Erdo"Ding" zu Béla Réthy, der nie dasselbe Fußballspiel sieht wie er, von Achim, Jürgen und dessen Schwester "der Apparat", der "Bio-Waffe" – "Füße bis zum Hals", bis hin zur "Wodka-Diät": "Da verlierst Du 10 Tage in nur einem Monat"..., um mit kabarettistischer Brachialgewalt subtil das rücksichtslose Jedermann-Monster zu desavouieren, hinter dessen Behaglichkeit der wahre Horrorhintergrund lauert. "Man muß auch mal über Humor lachen können!" Eine perfekt komponierte, perfekt getimte satirische Stammel-Symphonie. "Wenn nicht wann, dann jetzt!" "Alles andere ist primär."– "Einwandfrei!"
 

 
MI 18.10.
Johannes Flöck
Wenn Happy und Birthday getrennte Wege gehen!
Das aktualisierte Jubiläums-Comedy-Solo
 
Es kommt nicht darauf an, wie alt man ist, sondern wie man alt ist!
Alles relativ: Für seine Eltern wird er immer "ihr Jung" bleiben, für seine Nichte ist er schon halbtot. Eh alles eine Frage der Perspektive, findet Johannes Flöck und geht in seinem Jubiläumsprogramm, dem lustigsten Extrakt aus 6 Erfolgs-Programmen und 15 Jahren Happiness, dem Phänomen "Wenn Happy und Birthday getrennte Wege gehen" pragmatisch, selbstironisch und quietschfidel auf den Grund.
Selbst, wenn der Kopf Vorschläge macht, die der Körper nicht (mehr) erfüllen kann. Denn er sieht die Welt jetzt mit anderen Augen, was klasse klappt, dank nachlassender Sehstärke.
Und obwohl er, wie alle Koblenzer, eigentlich der deutschen Sprache nicht wirklich richtig mächtig ist, erzählt der flotte Kleinstadtstenz nonstop spannende, superlustige, skurrile Geschichten über Zipperlein, Wehwehchen und den Reiz älterer Herren mit grauen Schläfen.
Dieser Typ swingt – mit Chuzpe, Charme, Melodien und akrobatischen Choreographien, ein goldiger Kerl, der als vitaler Jungbrunnen nur gute Laune versprüht.
Feiern Sie mit, denn auch, wenn Happy und Birthday nun getrennte Wege gehen: "So jung kommen wir nicht mehr zusammen!"
 

 
DO 19. – SA 21.10.
Deutscher Kleinkunstpreis 2013
die Echse
Michael Hatzius
ECHSTASY
amphibisches Kabarett – mit Puppen
 
Wieder auf Echse!
Michael Hatzius. Angeführt wird sein tierisches Ensemble auch dieses Mal vom Star des Abends, der Echse, die mittlerweile Gastgeber ihrer eigenen TV Show ist: "Weltall.Echse.Mensch." Der schuppige Geselle ist und bleibt ein uriges Urgestein, frech, mürrisch, aufmüpfig, ätzend-ironisch, großkotzig, schlagfertig, schlau, hintersinnig, weise, witzig, ein charmant-arroganter Frauenversteher, anzüglich – einzigartig eben.
Und pafft Zigarren. Und nutzt sein Universalwissen für einen genialen Rundumschlag, reflektiert und analysiert aktuelles Zeitgeschehen, parliert über Gott und die Welt, kennt Konfuzius, Martin Luther, der damals in einem Reformhaus gearbeitet hat, reißt dreckige Witze, gibt großmäulig Anekdoten aus seinem bunten Leben zum Besten, surft thematisch durch die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft und wird auch nicht den entlegensten Winkel unmöglicher Gedankengänge auslassen.
Dabei hat das renitente Reptil jederzeit ein offenes Ohr für das Publikum, denn Improvisation ist die große Leidenschaft des phantastischen Berliner Puppenspielers Michael Hatzius, die jeden Abend unvergleichlich macht. Natürlich sind auch die anderen Publikumslieblinge aus dem ersten Programm, wie das schüchterne, traurige Huhn, mit auf ECHSTASY, doch darüber hinaus dürfen sich die Fans auf neue schräge Charaktere freuen: den weißen Hasen, die strenge Security-Möhre, die ganze Enten-Truppe, die blutrünstige Zecke... und nicht zuletzt den gestreßten Tod. Echsellent!!!

 
DO 19. & FR 20.10.
Lisa Eckhart & Sven Kemmler
Die Nymphe und der Finstere Förster
Das neue Kabarett-Duo: stürmische Machtkämpfe, rauschhafte Verzückungen, deliziöse Wortgefechte
 
Sie haben sich nicht gesucht, zum Glück aber gefunden: der Kabarett-Shooting-Star Lisa Eckhart, mondän-maliziös, schlagfertig-schlau, und der gewieft-gewitzte Kabarett-"Haudegen" Sven "Seven" Kemmler. "Die Nymphe und der Finstere Förster" können beginnen.
Seit Adam in Evas Apfel biß, gibt es nur ein Thema, das die Welt im Innersten trennt. Es ist das ewige Spiel zwischen den Geschlechtern, das Götter stürzte und unsterbliche Werke schuf. Und doch haben wir dieses größte aller Motive auf der Bühne schändlich den Hofnarren und Gauklern überlassen. Kennste? Liebe! Doch wen interessieren schon die Mythen des Alltags? Wen kümmert es, ob Cäsar oder Kleopatra den Triumphwagen besser einparken, ob Echo oder Narziss besser zuhören kann?
Jenseits des Kitsch und der Klischees gibt es mehr Dinge zwischen Mann und Frau, als Eure Schulweisheit sich träumen läßt. Und all' diese dunklen Geheimnisse liegen verborgen im Wald. Dort, wo der Finstere Förster hegt und pflegt, aber auf eine böse Weise. Dort, wo seit Jahrhunderten die Nymphe silbern auf der Lichtung lockt und sorgsam Ihr Revier beschützt. Wo hinter jedem Baume mal ein Röslein wächst und mal die Dornen ranken.
Begleiten Sie Lisa Eckhart und Sven Kemmler auf sprachlich höchstem Niveau in die tiefsten Abgründe allzu menschlichen Seins. Lassen Sie sich das innere Rotkäppchen versohlen und den bösen Wolf streicheln. Und erleben Sie hautnah, wer oder was übrigbleibt nach all den stürmischen Machtkämpfen, rauschhaften Verzückungen und deliziösen Wortgefechten inmitten der Waldeslust, bei der allzu menschlichen Försterey.

 
 
SA 21.10.
Deutscher Kleinkunstpreis 1985 & 1999
Erwin Grosche
Der Abstandhalter
Annäherungen an Menschen, Tiere und Dinge
 
Erwin Grosche ist ein Clown, ein Philosoph, ein perfekter Reiseführer durchs wilde Absurdistan. Als Großmeister der Wortakrobatik mit schier unglaublichen Pointen überrascht er seit über dreißig Jahren sein Publikum, das immer wieder staunt über die eigenwillige Sicht auf schräge Dinge, die plötzlich ganz normal sind.
In "Der Abstandhalter" erfindet der literarische Kabarettist der leisen Töne die Welt im Kleinen neu. Mit großem Abstand nähert er sich dem Alltag und wirft dabei Fragen auf, die niemand gestellt hat. "Das kennen Sie doch, dieses Schild bei der Sparkasse: 'Bitte Abstand halten'. Ich rufe dann immer, wieso, ich dachte, Geld stinkt nicht."
Finnen halten bei Gesprächen einen Abstand von 80 cm, die Deutschen 60 cm. Nur der Ostwestfälische Paderborner besteht auf einen Meter. "Erst mal gucken, dann mal sehen." Mehr Abstand, mehr Liebe, mehr Glück. Der Neo-Narr macht Ernst. Geschichten und Lieder über Annäherungsversuche an Menschen, Tiere und Dinge. Über die Symbolik des Streuselkuchens, über das Ausglitschen in Dusche und Bad. Es gibt einen "Wasserhut" und wertvolle Tips, wie man ein Leben aus der Ferne führen kann. "Meine Frau und ich sind seit dreißig Jahren glücklich verheiratet, aber sehen uns auch nur zwei Mal im Monat."
Mit neugierigen Kulleraugen öffnet er seine Phantasie-Fabrik und präsentiert seine "komischen Helden", Gewinner und Verlierer, die treuherzig, manchmal naiv, dann wieder frech und renitent durch ihre Welt stolpern, gewöhnlich recht Ungewöhnliches erleben und Unentdecktes entdecken. Gucken Sie sich diesen Mann an, solange es geht. Wer weiß. Er ist ein echter Abenteurer innerer Welten. Eines Tages könnte er in ihnen verschwinden und nicht wiederkommen...



 
 
© phpList limited | phplist