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Newsletter unterhaus 23.10. bis 29.10.2017


DI 24.10.

Deutscher Kleinkunstpreis 2017
Nico Semsrott
Freude ist nur ein Mangel an Information 3.0
Neues Solo
 
"Für einen Loser bin ich ein ziemlich schlechter Verlierer", sagt der traurigste Komiker der Welt, Nico, blass, Brille, braunes Schlabber-Shirt mit Kapuze, die er weit in die Stirn zieht. Denn er ist schlecht drauf, ganz schlecht, redet viel, über Depressionen, weil man sich an dem Thema so gut aufhängen kann. Seine verzweifelte Mission: die wichtigsten Fragen des Lebens zu beantworten. Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Kann ich das Kaninchen nochmal sehen? Nicht immer machen die Antworten glücklich. "Freude ist nur ein Mangel an Information!"
Nico Semsrott versorgt sein Publikum mit vielen Informationen. Kein Wunder, daß er sich verzettelt. Wortörtlich, seine tragikomisch skurrilen Texte liest er von Zetteln ab. Für's Auswendiglernen fehlt ihm die Motivation. Konsequente Leistungsverweigerung, das kann er am besten. Dafür wird er mit Preisen überhäuft. Peinlich. Traurig. Der staatlich nicht anerkannte Demotivationstrainer fühlt sich mißverstanden, sieht seine Erfolge als gezieltes Mobbing. Aus Protest überlegte er, die Arbeit komplett niederzulegen, doch weil er keine Arbeitsplätze gefährden will, erneuert er sein Programm kontinuierlich.
Inhalte ändern sich; im Laufe jeder Saison tauscht er fortwährend die Hälfte des Programms aus, es kommen jedes Jahr 45 Minuten hinzu, während 45 Minuten im Archiv verschwinden. Die Stimmung bleibt!
Was Nico Semsrott betreibt ist brillante Satire, bitterböse Gesellschaftskritik, hochaktuell, hochpolitisch, hochgradig witzig. Die klassische Win-Win-Situation eines Lucky Losers. Für 2075 ist übrigens Fassung 32.0 geplant.
 
AUSVERKAUFT

 
DI 24.10.
 
Kabarett-Bundes:Liga im unterhaus
2. Spieltag:
Nora Boeckler vs. Sebastian Hahn
Kabarett. Comedy. Poetry.
www.kabarettbundesliga.de
Karten: € 17,- / ermäßigt € 12,- (zzgl. VVK-Gebühr)

 
MI 25. & DO 26.10.
Han's Klaffl
Schul-Aufgabe: Ein schöner Abgang ziert die Übung!
Das neue Programm
 
Nach "40 Jahre Ferien" und anschließender "Restlaufzeit" folgt zwangsläufig die "Schul-Aufgabe", eine Kombination aus Schadensbericht und wehmütigem Résumé nach 40 Jahren professioneller Bespaßung verhaltensorigineller Pennäler. Angefangen bei seiner Abschiedsfeier. Alle waren versammelt: der penible "Pfff"-Sedlmaier, dem alles wurscht ist, der gestreßte Gütlich, tief betroffen, der schöne Gregorius, der seine Festrede selbstverständlich auf Latein hielt, last but not least die turnende Mettwurst Gmeinwieser, der den Direx vertreten mußte und wie immer mit Fremdwörtern auf Kriegsfuß stand.
Doch der Blick geht auch nach vorne. Was macht ein Musik)Lehrer aus Leidenschaft, dem der pädagogische Auftrag selbst nach der Pensionierung in den Knochen sitzt, der die Didaktik lebenslänglich verinnerlicht hat, sich aber plötzlich seiner Zielgruppe beraubt sieht?
Es gibt viel zu tun! Der Laie hat keine Vorstellung, wie groß der Bedarf an pädagogischer Feldarbeit außerhalb der Schule ist, welch enormer Bedarf an didaktischer Unterweisung in der näheren und weiteren Umgebung des Pensionisten herrscht. Selbstverständlich sieht sich der notorisch engagierte Pädagoge nach seinem institutionellen Rückbau in der Pflicht, diesen Bedarf zu decken. Und hat immer noch fette Beute im Visier, vor allen die "allwissenden" Herrschaften in den Ministerien. Mit Hintersinn und zwingender Logik seziert er die Absurdität der Entscheidungen um das G8 in Verbindung mit dem Flexijahr: "Das 9jährige G8 gibt es nur in Bayern!"
Mit Klavier und Kontrabass hält Han's Klaffl eine furiose Doppelstunde Frontalunterricht, wütend und witzig, nach der bestimmt keine Fragen offen bleiben. Ein schöner Abgang ziert die Übung! Setzen! 1

 
MI 25.10.
el mago masin
Operation Eselsohr
Das neue Musik-Kabarett-Programm
 
el mago masin war im Sommer 2016 zehn Tage lang in der Südsteiermark unterwegs. Ganz allein?
Nein. Mit einem Esel. Warum? Entschleunigung, Selbstfindung, Suche nach Sinn? –
Weil er das noch nie gemacht hat! Kein Strom, kein Handy, kein Supermarkt. Dafür ein ab und an ein störrischer Begleiter mit ganz eigenem Tempo. el mago atmet das Leben auf der Alm und begegnet interessanten 'Bergmenschen'. Von ihnen lernt er, daß Flipflops nicht das klassische Bergschuhwerk sind.
Und in zweitausend Höhenmetern, nach dem Angriff einer Kuh, während eines Abends als Hüttenwirt, einer eisigen Nacht im Wald, der Geburt eines Kälbchens, vielen Hüttenkonzerten und der Jagd nach dem ausgebüxten Esel wird klar: Mit einer Gitarre in den Händen und einer Bühne unter den Füßen wird das die "Operation Eselsohr".
Und mit seiner unkonventionellen Mischung aus Anarcho-Komik und tiefgründigem Nonsens rückt der fesche Rastaman mit den superlangen Dreadlocks pfiffig den Begriff Liedermacher in ein ganz anderes, ungewohnt ver-rücktes Licht. 

 
DO 26. – SA 28.10.
Kai Magnus Sting
Sonst noch was?!
Von den komischen Dingen und anderen großen Kleinigkeiten
 
Kamikaze-Kabarett aus Duisburg: Kai Magnus Sting kommt! Und macht in seinem neuesten Programm wieder seinem Unmut nach allen Regeln der WortKunst Luft. Er versteht die Welt nicht mehr. Im Umkehrschluß heißt das: die Welt versteht Sting auch nicht mehr. Sonst noch was?
Der Rastelli der geschliffenen Rede, der gnadenlose Menschenbeobachter und Menschenkenner, der Parodist des Lebens, Terrorist des Wortes und Meister des Zwischenmenschlichen sprudelt los. Immer auf die Lachmuskeln seines Publikums zielend, verzweifelt er meisterlich an den komischen Dingen, den großen Kleinigkeiten und anderen Stückskes seines absurden Alltags.
Dieser "Bruder Lustig im Geiste, der Duisburger Eulenspiegel" (HDH) sieht so arglos aus, lächelt maliziös... und hat's faustdick hinter den Ohren. Mit einem ungeheuren Redeschwall übergießt er schelmisch jeden und alles mit Spott, denkt Tatsachen zu Ende, führt Unausgesprochenes weiter, liefert messerscharfe Erkenntnisse und unkonventionelle Lösungsmöglichkeiten. Wieselflink schnellt das eloquente Bürschchen von einer Begebenheit zur nächsten. Kabarett vom Allerfeinsten!
Damit nicht genug. Auch als Autor u.a. von Kriminalromanen und –hörspielen entpuppt er sich als wahrer Wortakrobat. Überzeugen Sie sich selbst: "Tod unter Gurken", am 19.11. live im unterhaus .

 
FR 27. & SA 28.10.
Queenz of Piano
Verspielt
Entertainment. Konzert. Zwei Flügel.
 
Zwei Flügel, zwei preisgekrönte Pianistinnen, Anne Folger und Jennifer Rüth, ein "musikalisch-akrobatisch-kabarettistisches Gesamtkunstwerk", die glamourösen "Queenz of Piano". Das brillante Spiel auf und mit und neben 176 Tasten beginnt, beweist, daß ein Klavierkonzert richtig Spaß machen kann und es zwischen E-und U-Musik keine Grenzen gibt. Barock, Klassik, Pop, Rock, Filmmusik, sie spielen feurig, leise, laut, fetzig, vor allem eins: magisch! Schwarzweiß"spielerei" – nicht ihr Metier. Ob sitzend, stehend oder sich lasziv auf dem Flügel räkelnd – die charmanten Virtuosinnen treffen mit ihren ausgefeilten Arrangements stets den richtigen Ton.
Federleicht lassen sie in atemberaubendem Tempo ihre Finger über die Tasten perlen, feurig, jazzig, poppig, leise, laut, entlocken den Instrumenten ungeahnte Töne: Percussion, gezupfte Saiten, rockige Riffs. Mit Kämmen, Plektren, Ketten... entstehen Klänge wie Cembalo, Waschbrett, Gitarre, Zither, Bouzouki, Bongo oder chinesischer Gong.
In "Verspielt" zeigen zwei Königinnen, wie schön es ist, nicht perfekt zu sein, demonstrieren, wie neue Instrumente aus Konstruktionsfehlern entstanden und die Musikwelt revolutionierten, wie Mäkel und Schwächen zu Juwelen der Klassik wurden, wie ein Quodlibet aus "Freude schöner Götterfunken" und Pharrell Williams' "I feel Happy" harmoniert, wie sich in Zeiten zunehmender Migration die deutsche Nationalhymne generalüberholen ließe, wie neue Musik entsteht, wenn man sich falsch herum ans Klavier setzt...
Kurz & knapp: Eine wunderbare Show für alle, die Nietzsche nicht zitieren können, aber trotzdem wissen, daß das Leben ohne Musik ein Irrtum ist. Alles andere als flügellahm!

 
Uraufführung
 
Professor Humbug
und der Rheinstromschnellenwellenenergieeffekt
Ein Figurentheaterstück garantiert nicht nur für Kinder ab 6 Jahren
von und mit
Dietmar Bertram
Compagnie MaRRAM
 
Regie: Michael Kloss (klappmaul-Theater)
 
Uraufführung
SO 29.10. / 11 Uhr
 
Für Professor Humbug, den berühmten Wissenschaftler, geht ein Lebenstraum in Erfüllung: er soll für seine Energie-Forschung über den Sparlampenleuchtstoffröhrendiodenfisch mit dem Weltmegawattpreis geehrt werden. Oh – wie wunderbar!
Doch die Freude des Professors wird getrübt: Partout, sein französischer Assistent, sonst so pfiffig, hat die Einladung verschlampt!
Als diese per Zufall wieder auftaucht, ist's höchste Eisenbahn: Die Ehrung ist schon in wenigen Stunden… an einem abgelegenen Ort… hunderte Kilometer entfernt! Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…
 
Nach "Professor Humbug und der Sparlampenleuchtstoffröhrendiodenfisch" haben sich der Mainzer Puppenspieler Dietmar Bertram (Sieger des ersten Mainzer Puppetry Slam) und Regisseur Michael Kloss (vom legendären Frankfurter klappmaul-Theater) wieder zusammengetan und lassen die beiden forschen Forscher zu ihrem 2. Abenteuer aufbrechen, das sie diesmal auf und über den Rhein treibt, vorbei an Burgen und Schlössern, hinab in tiefste Tiefen und hinauf zu höchsten Höhen!
 
Aber warum nur sind alle, denen sie am Rhein begegnen, so traurig? Das kann so nicht weitergehen, beschließen Humbug und Partout – und sorgen für Kaskaden des Glücks…
 



 
 
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