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Newsletter unterhaus 30.10. bis 05.11.2017


MO 30. & DI 31.10.
Kabarett Distel
Wohin mit Mutti?
Es wird eng: Die neue Kabarett-Komödie
 
Merkel muß weg! Untertauchen. Aus Sicherheitsgründen. Geheim. Die Frage ist: "Wohin mit Mutti?" Ganz einfach: Auf die Couch von Ehepaar Riethmüller, sie bei REWE, er bei der BVG, denn sie sind die unauffälligsten Leute Deutschlands, weltgewandt wie ein westfälischer Dorfschützenverein, sparsam wie eine schwäbische Hausfrau, noch durchschnittlicher als Familie Mustermann.
Kann das klappen? Wird sich die Kanzlerin am Putzplan beteiligen, obwohl nicht mal ein sprachgesteuerter Staubsauger auf ihre Befehle hört? Schleust sie Putin heimlich durch die Katzenklappe, um den Ukrainekonflikt zu lösen? Immerhin hat Angie erstmal Ruhe; Erdoğan schickt keinen Ziegenkäse und Trump weiß nicht, wo er sein Freundschaftsbuch hinterlegen soll.
Wenn nur nicht ständig die deutsche Politprominenz stören würde: Anton Hofreiter will Muttis Haarpflegetips, prompt taucht auch noch Frau von der Leyen auf...  Und dann ist da noch Georg, Ex-Untergrundkämpfer, Bruder von Frau Riethmüller, der illegal zur Untermiete wohnt und keinesfalls entdeckt werden darf…
In zahlreichen Rollen brillieren Caroline Lux, Timo Doleys und Stefan Martin Müller, musikalisch furios unterstützt von Tilmann Ritter (p, key, voc) und Falk Breitkreuz (kl, sax, fl, dr, voc). "Wohin mit Mutti?", erdacht von Jens Neutag und ONKel fiSCH, eine erfrischend explosive Kabarett-Komödie, pointiert, politisch und garantiert ohne Liebhaber im Schrank.

 
MO 30.10.
Ensemble Deutsches Kabarettarchiv
Um Luthers Willen! – Jetzt auch noch Kabarett!?
Eine poetische Lektion
 
"Mainz ist die Rache, sprach der Herr!" (Matthias Beltz). Ob er dabei den auf die Spitze getriebenen Ablaßhandel des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg im Sinn hatte, der Martin Luther zu seinen 95 Thesen anstachelte, oder doch das ZDF, bleibt im Dunkel der Geschichte. Mainz jedenfalls, wie auch Worms, also das heutige Rheinland-Pfalz, sind, wenn auch im Widerspruch, mit der Reformation untrennbar verbunden.
Die begann als Bewegung – 68er wissen, was das ist. Wie sie Menschen vorantreibt, nicht selten in Irrungen und Wirrungen, Mord und Totschlag. Viele hielten den "Arabischen Frühling" für eine Bewegung, für den Beginn von Reformen. So irrt man durch die Geschichte. Wäre die europäische Geschichte ein langer, ruhiger Fluß, wie man in China sie gerne sieht, könnte es ja zu langweilig werden.
Vor diesem Hintergrund blättern am Vortag des Thesenanschlags in Wittenberg im 1. Teil der Protestant Hanns Dieter Hüsch (1925-2005), wichtigster literarischer Kabarettist der Bundesrepublik, und sein Agent (aktiv von 1969-2002) und Schüler, der Katholik Jürgen Kessler, in den Jahrzehnten ihrer Zusammenarbeit. Dann verläßt Hüsch die Bühne, die sein Leben war.
Im 2. Teil wird geschildert, was seither geschah. Kessler bittet den Meister im Himmel, eine bittere Komödie zu schreiben. Rund um die "Frau des Igels", die seit Hüschs Tod die Geschicke des Landes bestimmt: "Ick bün all hier." Doch plötzlich wird er von einer Agentin des Wahrheitsministeriums abgeführt. Als dann die Hymne "für die Verrückten" erklingt, erscheint HDH, resümiert, und liest denen, die schon länger da sind, die Leviten.
Das kabarettistische Bühnenstück zum Lutherjahr 2017, Text und Musik vom Blatt, mit Holk Freytag (Hüsch, Regie), Jürgen Kessler (Agent, Autor), Irmgard Haub (Gesang, Rezitation), Nicole Meisenzahl und Markus Schönberg (Gesang, Piano).

 
DI 31.10.
Katalyn Bohn
Sein oder Online!
Neues Programm: Kabarett. Comedy. Slapstick.
 
Hardcore! Sie kappt die Nabelschnur zur Welt! Smartphones aus! Denn jetzt gibt's 1½  Stunden Kabarettprogramm mit Katalyn Bohn. Da hilft nur eins: Geschichten aus dem richtigen Leben in den Wirren der digitalen Revolution! "Sein oder Online" – das ist hier die Frage.
Ein stadtneurotisches Kindergartenkind durchleidet den Zwangs-Aufenthalt auf einem echten Bauernhof, weil es einem anderen im Zoff ein iPad auf'n Kopf geknallt hat. Der geheime Tagebuch-Chat von vier Nutztieren, einem Schwein, einer Kuh, einem Lamm und einem Küken, taucht auf und feiert den Welterfolg als Musical: "Gibt es ein Leben vor dem Tod?" Ein Generationen-übergreifendes Krankenhaus lädt deshalb Schwangere und Sterbende ein zum gemeinsamen Hecheln und Röcheln...
Läßt sich die Liebe programmieren? Wird Coaching die Welt retten? Und wer hätte sich träumen lassen, was wir nicht alles im Schlaf erledigen können! Wem das zu kompliziert ist, dem sei der neue Erklär-Film über die Menschheit "Genial banal!" empfohlen.
In ihrem neuen Solo verbindet ein komödiantisches Multitalentmit mit Pantomimen-Diplom (Nebenfach: Schlappseil) fulminant eben diese Pantomime mit Slapstick und Kabarett und berichtet in einer Mischung aus Körper- und Sprachakrobatik und sensationeller Wandlungsfähigkeit vom Dilemma unseres maximal effizienten Lebens. Gesellschaftskritisch, tagesaktuell, komisch! Digital, global, optimal!

 
DO 2. – SA 4.11.
Premiere!
Reiner Kröhnert
Kröhnert XXL
Neues Programm: Großes Parodisten-Kino
 
Wenn Einmetersiebenundneunzig geballte Kabarett-Power auf die Großen der Weltgeschichte trifft, heißt's – Uraufführung! unterhaus-Bühne frei für ein ultraschräges Politpanoptikum in XXL!
Ohne Berührungsängste und gänzlich tabu-befreit läßt Reiner Kröhnert seine Puppen tanzen, palavern, heucheln und sich sogar posthum um Kopf und Kragen schwätzen!
Tote Tyrannen treffen auf lebende Legenden; und wenn sich gar Hitler und Honecker um die Deutungshoheit des Hier und Heute streiten, dann hat "Political Correctness" erstmal Pause!
Tiefer denn je schlüpft ein Meister der Parodie und politischen Satire in die Haut seiner Pappenheimer, und alle Verdächtigen melden sich selbstverständlich unmißverständlich wieder zu Wort. Das Sagen aber hat sicher nur Eine: Angie!!!
Und Kröhnert. Der hat 'sein Personal' fest im parodistischen Griff,vom Scheitel bis zur Sohle genau studiert, und agiert mit perfekter Diktion, Mimik und Gestik, kopiert nicht, sondern analysiert, erfindet die vermeintlich bekannten Figuren neu, originalgetreu, nimmt sie erst auf's Korn und dann auseinander. Heraus kommt kritisches, witziges, politisches Kabarett. Großes Parodisten-Kino in XXL!!!

 
DO 2. – SA 4.11.
Constanze Lindner
Jetzt erst mal für immer!
Das neue Kabarett-Solo
 
Ob als Comedian, Schauspielerin, Sängerin oder Gastgeberin im "Vereinsheim Schwabing" (BR): Constanze Lindner ist eine quirlige "Rampensau", die mit immenser Spielfreude, großer Spontaneität, mit Mut zur Häßlichkeit und entwaffnendem Charme ihr Publikum im Sturm erobert. Was sie genau macht? "Character Comedy" trifft es am besten.
Deshalb sind auch in ihrem neuen Solo wieder alle Hausbewohner zur Stelle: Die liebenswerte Kult-Oma, die russische Grande Dame Victoria Witchbopp, die Kratzbürste aus dem Erdgeschoß, die distinguierte Maklerin... und natürlich die selbsternannte Comedy-Kanone Cordula Brödke, ein cooler Kauz, dem die Herzen zufliegen, Lindners Antwort auf die selbstoptimierte Frau, ein häßliches Entlein, eine taff-tollpatschige Brillenschlange mit Wollmütze, die sich gern unverletzlich gibt, aber stets nach Nähe sucht, gern auch mal die der Zuschauer.
Und irgendwo im chaotischen Absurditätenkabinett wuseln Constanze und die fette Fee herum, die sich an der Wursttheke kennengelernt haben und nicht voneinander lassen können, weil sich die Entscheidung über den letzten Wunsch endlos in die Länge zieht...
Wandlungsfähig wie ein Zauberwürfel schlüpft "Ulknudel" Lindner blitzschnell in die Rollen ihrer schrägen Charaktere; auf ihre faszinierenden sprachlichen, stimmlichen und mimischen Qualitäten ist alles zugeschnitten bei dieser skurrilen Geschichte (Co-Autoren keine Geringeren als Michael Altinger und Alexander Liegl), die Gabi Rothmüller turbulent und frech inszeniert hat. Eine Achterbahnfahrt von Irrsinn nach Absurdistan. Jetzt erst mal für immer!

 
SO 5.11. / 15 Uhr
Gerda & Walter
Alice Hoffmann & Norbert Roth
& Frank Golischewski am Flügel
So isses!
Noch mehr Kabbeleien
 
Da ist es wieder – das Traumpaar par excellence, Gerda & Walter. ER, obstinat, besserwisserisch, der pedantisch-pingelige, schnell schwer erregbare, leicht cholerische pensionierte "Prokurator" (wie Gerda zu sagen pflegt) einer Offsetdruckerei, SIE, die schnippische Dulderin, seine Gattin, naiv, aber supersympathisch, die mit Fremdwörtern auf Kriegsfuß stehende gelernte Ex-Schuhverkäuferin. Wie immer kein Herz und eine Seele. Szenen einer Ehe! Sorgen und Mißverständnisse. Liebenswertes Kabbeln und unmißverständliches aneinander vorbeireden. Wie im richtigen Leben – eben.
Dabei ist es noch immer nicht klar, ob Walter nicht – eventuell – ins Gefängnis muß, während Gerda , die übrigens gerade damit beschäftigt ist (unter Walters Anleitung natürlich), einen Sprachkurs zu machen, offensichtlich einem Gewaltverbrechen auf der Spur ist...
Norbert Roth hat sich und Alice Hoffmann wieder köstliche Sketche auf den Leib geschrieben, ein heiteres, sprühendes Feuerwerk von gelungenen Gags und witzigen Einfällen, die dabei nie unter die Gürtellinie gehen. Hervorragender Dritter im Bunde und für die Songs verantwortlich ist Frank Golischewski, Sänger, Pianist, Autor u.a. von "Feucht & Fröhlich".

Und wenn Sie nach der Vorstellung dann fröhlich nach Hause gehen, werden Sie feststellen: Genau! "So isses!" 




 
 
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