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Newsletter unterhaus 15.01. bis 21.01.2018


 MO 15. – SA 20.1.

Kabarett Leipziger Pfeffermühle
Agenda 007
Das neue Kabarett-Programm
 
Agenda 007! Der feuchte Traum der Stasi ist gesamtdeutsche Wirklichkeit: kein öffentliches WC ohne Kamera, kein privater PC ohne Staatstrojaner. Mobiltelefone hören mit, Autos senden ihre Positionen, Smart-TVs schauen uns im Schlafzimmer <nicht nur> über die Schultern. Das greift bis ins Privatleben: Wir lesen heimlich die Mails des Partners, orten die Handys unserer Kinder und checken per WhatsApp, ob sie unter der Bettdecke noch online sind. Die geheimen Dienste sind allmächtig, aber agieren im Verborgenen.
Wenn da nicht die "Überwachungsschutzstaffel Knautkleeberg-Nord" wäre, Franziska Schneider, Matthias Avemarg und Michael Rousavy, musikalisch exzellent unterstützt durch Marcus Ludwig (p) und David Hobeck (tp). Sie drehen in Szenen und Songs ihre würzigen Pointen mit Verve und Witz durch die Mühle und bringen mit beißendem Spott, ansteckender Musikalität und einer Prise Investigativität endlich Licht ins geheimdienstliche Dunkel. Zum Beispiel, wie der deutsche Laubenpieper dem syrischen Neu-Pächter erstmal gründlich die Parzellen-Regeln auseinanderklamüsert: Steinigung der Gattin nicht innerhalb der festgesetzten Ruhezeiten. Das wird heiter! Freuen Sie sich auf einen nachhaltigen Lachmuskelkater bei gleichzeitigem Erkenntnisgewinn.

 
MO 15. & DI 16.1.
Deutscher Kleinkunstpreis 2009
Uta Köbernick
Grund für Liebe
Neues Programm: politisch, zärtlich, schön.
 
Als scheinintegrierte Deutsche in der Schweiz schlägt die gebürtige Europäerin ihre Ostberliner Wurzeln tief in die Blumentöpfe unserer Vorurteile. Aus der Sicht des Merkurs lebt sie hinterm Mond. Diese Einsicht stattet sie mit einer Demut aus, die sie gekonnt zu verbergen weiß. Denn en passant, unschuldig naiv, harmlos raffiniert kommen sie daher, ihre Lieder, Geschichten, Skurrilitäten, doch die Kleinkunstpreisträgerin 2009 hat's faustdick hinter den Ohren, spricht über richtungsweisende Taxifahrer ohne Ziel, schweigsame Akademiker mit profitablem Lachen... oder über die Zahl 21, und warum der Mathematikunterricht nicht auf das Leben vorbereitet.
Kabarett, Komik, Sprachperformance, Wortjonglage, Theater, Chanson, Musik, Slam-Poetry, Entertainment, Schauspiel... Uta Köbernick läßt sich in keine Schublade pressen. Mit bezaubernder Leichtigkeit, hinreißender Komik, virtuosem Gesang und einer herrlichen Tiefe geht sie bis an den Rand des Erkennbaren und manchmal Erträglichen. Politisch hellwach, bringt sie Standpunkte ins Stolpern, hilft ihnen schmunzelnd wieder auf, und wenn die glauben, wieder festen Boden gefunden zu haben, ist die Erde plötzlich eine Scheibe. Grenzen verschwimmen zu einem Ozean im Wasserkocher, und nach einem zauberhaften Abend versteht man die Welt zwar besser, aber sich selbst ein wenig mehr.

 
MI 17.1.
ONKel fiSCH
ONKel fiSCH blickt zurück
Satirischer Jahresrückblick mit dem Wichtigsten Witzigsten aus 2017
 
Bei WDR2 blicken ONKeL fiSCH alle 7 Tage für "Zugabe Pur" auf die Woche zurück. Von der Kurzstrecke für's Radio geht’s am Ende des Jahres wieder auf lange Tour durch die Theater der Republik.
Adrian Engels und Markus Riedinger feiern die unfaßbaren Sternstunden 2017: Die härteste Bundestagswahl seit Erfindung der Demokratie, den ungedopten Überraschungssieger der "Tour de France": Emmanuel Macron, eine Türkei, die sich mal eben selbst abschafft... Natürlich alles fein verspachtelt mit geballtem Trump-Wahn-Unsinn aus den USA.
2017 hatte nachgerade alles, was ein guter Satireabend braucht: Bundeswehr-Nazis, schwimmende Politiker, nordkoreanisches Dauerfeuerwerk, Helene Fischer beim Fußball... und einen Hauptstadtflughafen. Gut, eins davon ist gelogen. Dieser Jahresrückblick ist mehr als rasant, denn die beiden Bewegungsfanatiker von ONKeL fiSCH präsentieren 365 Tage in 90 atemlosen Minuten: Hier wird nach Herzenslust gespottet, gelobt, geschimpft, gesungen und getanzt. Action-Kabarett direkt aus den kreativen Köpfen zweier preisgekrönter und erfahrener "Meister" der Kleinkunst. Selbst Martin Luther hätte vor 500 Jahren gesagt: "Das guck ich mir an!"
 

 
DO 18. – SA 20.1.
Peter Vollmer
Er hat die Hosen an – sie sagt ihm, welche!
Neues Kabarett-Solo
 
Die Luft wird dünner! Für den Mann des 21. Jahrhunderts. Sein geliebtes Auto fährt bald ohne ihn los. Seine digitale Demenz ist so weit fortgeschritten, daß er ohne Navi-App nicht mal mehr den Weg zum Kleiderschrank findet. Und die Industrie entwickelt Roboter, die man(n) auf "Kuschelsex" programmieren kann. Gehört der männliche Homo sapiens also auf die Liste der bedrohten Arten? Oder kann er zeigen, daß er doch für Irgendetwas zu gebrauchen ist?
Peter Vollmer jedenfalls ist stets bemüht, als Vater, Verdiener und Versteher für Frau und Kinder unentbehrlich zu bleiben. Und ist deshalb sogar bereit zu kochen (mit dem Thermomix), gesund zu leben (etwa 1x die Woche) und sich strikt an die verordnete Trennkost zu halten (erst die Fritten, dann die Wurst).
OK, gelegentlich sucht er die Rückzugsgebiete auf, in denen der guten alten Männerherrlichkeit gefrönt werden kann: Beim Whiskey-Tasting etwa, oder beim Kauf des Sitzrasenmähers, für den er in der heimischen Altbauwohnung jetzt nur noch eine sinnvolle Verwendung finden muß... Aber auch, wenn seine Angetraute all dies natürlich mit größter Skepsis beäugt, am Ende sieht sie ein: Gatten können Götter sein!



 
 
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