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Newsletter unterhaus 07.05. bis 13.05.2018


MO 7. & DI 8.5.

Deutscher Kleinkunstpreis 2018
Lisa Eckhart
Als ob Sie Besseres zu tun hätten!
Sensationelles Kabarett-Solo
 
Sie ist schön, schlank, grazil, stylisch, 'falcoesk' – exaltiert, extravagant, extraordinär, mit Schmäh und Schmackes, dabei ganz schön provokant, eloquent, spöttisch, sarkastisch, politisch inkorrekt, der Shooting-Star des Kabaretts, gerade mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet. In ihrem ersten Solo reibt sich die aus Graz stammende SlamPoetin, maliziös lächelnd, am vermeintlich Glatten, bis die Oberfläche ihre wahre rauhe Fratze offenbart.
Verehrte Menschen und jene, die sich für solche halten! Hereinspaziert! Zu einem Abend feinster Verstörungstheorien! Mit Performance und Texten so gnadenlos wie der Katholizismus, so wortgewandt wie eine Nationalratssitzung.
Entdecken Sie die verborgenen Zusammenhänge zwischen ISIS und ÖSIS, Rassenhaß und Angela Lansbury, DJ Ötzi und Joseph Goebbels! Spähen Sie in eine Schulstunde des ersten Mobbing-Unterrichts! Erfahren Sie die Lösungen sämtlicher irdischen Probleme und Ungerechtigkeiten! Lösungen, die so unmenschlich sind, daß sie wirklich funktionieren könnten! Viele von Ihnen werden jetzt fragen: "Können wir das tatsächlich tun?" Was soll man sagen? Der letzte Satz der Menschheit wird nicht umsonst lauten: "Oh yes, we can!"
Glaube, Liebe, Politik und andere Taschenspielerstreiche werden liebevoll seziert, bis sich die Tragödie zur Komödie steigert in diesem stilistisch unverwechselbaren, dichten und kühnen Kabarettprogramm. Kommen Sie, trauen Sie sich. Sie gehen anschließend deutlich klüger durch die Welt – mit einem Lächeln auf den Lippen. Katzen würden Whiskas kaufen und sich im Anschluß Lisa Eckart angucken. Weil sie es sich wert sind.

 
MI 9.5.
Lutz von Rosenberg-Lipinsky
Wir werden alle sterben!!
Panik für Anfänger – Kabarett
 
Deutschland in Aufruhr! Jeden Morgen dieselbe Frage: Worüber regen wir uns heute auf? Und: Womit beginnen wir? Flüchtlinge oder Aldi-Toast? Politiker oder öffentliche Verkehrsmittel? Die Zeitung selbst? Oder über dieses Internet? Wer jagt uns mehr Angst ein: Die Mehrwertsteuer oder doch die Ehefrau? Und jeden Abend dieselbe Sorge: Sind beide morgen noch da?
Wir wachen schweißgebadet auf, schlafen aufgebracht ein. Wenn überhaupt. Wir fühlen uns bedroht wie selten zuvor: Ein Schreck jagt den nächsten und keiner läßt nach. Finanzkrise, Klimawandel, Zuwanderung: Allüberall sind die Bürger besorgt. Das Wetter wird immer schlechter und das Leben immer teurer. Das Abendland geht unter, die SPD gleich mit.
Die öffentliche Panik ist groß, wächst stetig. Angeblich ernähren wir uns falsch, werden aber auch immer älter. Angeblich werden wir immer älter, aber sterben auch aus. Angeblich sterben wir aus, aber sollen trotzdem vorher die Umwelt retten. Kein Wunder: Es ist uns alles viel zu viel.
Lutz von Rosenberg Lipinsky aber kann helfen:Er ist "Deutschlands lustigster Seelsorger", ein veritabler Sprachbeobachter und -philosoph, dessen absurde Wortverdreher und anti-logische Kausalketten immer wieder erstaunliche Aha-Erlebnisse auslösen. Und beste Laune obendrein. Er spricht uns Mut zu und gibt uns Halt. Er stellt die Politik zur Rede und deren Polemik bloß, die uns trostlos in Schrecken versetzen will. Denn Angst ist kein Zustand – Angst ist eine Methode.

 
MI 9.5.
Frank Grischek
Akkordeon. Aber schön.
Sein 1. Kabarett-Konzert
 
Ein Leben ohne Akkordeon? Möglich. Aber sinnlos!
Deshalb läßt der "hinreißend beleidigte Akkordeonkünstler" (Dieter Hildebrandt), auch bekannt durch zahlreiche Auftritte mit Henning Venske und Jochen Busse, sein Instrument selten bis nie aus den Fingern.
"Borsini Superstar" & Frank, eine einzigartig-perfekte Symbiose; besonders sind beide: Das Akkordeon eher melancholisch, Herr Grischek zweifelsfrei mürrisch. Doch der spielt so facettenreich, emotional und virtuos, fernab von Ziehharmonika-Volkstümeleien in den 'Mutantenstadln', daß nicht nur seine wunderbare Musik, sondern auch seine schlechte Laune, sein staubtrockener Humor und seine stoische Miene höchstes Vergnügen bereiten.
Ob Musettewalzer, Tango, Klassik oder Irish-Folk, ob "The highlands of scotland", "Minuten-Walzer" oder "Heavy Tango", von Händel, Bach, Schubert, Chopin, Piazzolla, Clayderman bis hin zu seinen Eigenkompositionen, Grischek setzt dem Superstar keine Grenzen und erklärt en passant auch noch, was ein Akkordeon mit Heizkörpern gemein und ein Siebenachtel-Takt mit Eiersalat zu tun hat.
"Ich kann nix Anderes", behauptet er – und kokettiert. Denn er kann amüsant erzählen, überzeichnen, konterkarieren. Erlebnisse zwischen Konzert und Kabarett. Akkordeon. Aber schön.

 
FR 11. & SA 12.5.
Vince Ebert
Zukunft is the Future
Das aktuelle Wissenschaftskabarett-Solo
 
Unsere Welt verändert sich mit rasender Geschwindigkeit. Als Kinder glaubten wir an eine glorreiche Zukunft, an digitale Reisewecker, Dolomiti-Eis und Hoverboards. Heute kommunizieren wir über Uhren in Sekunden mit Menschen auf anderen Kontinenten, essen in Algen gerollten rohen Fisch – und Heino covert Rammstein. Das war nicht vorauszusehen!!
Deshalb wagt der Wissenschaftskabarettist und Diplom-Physiker Vince Ebert den Blick in die Zukunft. Wie werden wir in 20 Jahren sein? Wann endlich kommt die Frauenquote im Vatikan? Kann die Erderwärmung durch Social Freezing verhindert werden? Und wieso sind fast alle Zukunftsprognosen falsch? Wir fliegen heute nicht mit Rucksackraketen durch die Lüfte, haben keinen Warp-Antrieb und noch immer kein Mittel gegen Krebs. Dafür die iWatch, keine Mauer mehr und eine Pille, die bei Einnahme eine Erektion verursacht. Ganz ehrlich, wer braucht da schon Rucksackraketen?
Zukunft läuft immer anders ab, als man denkt. Noch vor 13 Jahren wurde Rudolph Moshammer mit einem Telefonkabel erdrosselt. Das wäre heute rein technisch nicht mehr möglich. Vince Ebert stellt sich der Zukunft: Big Data, selbstfahrende Autos und Berufsaussichten im Odenwald. Mit auf der Bühne: VAL – sein virtueller Sidekick, ein mit den Algorithmen einer Wienerin programmierter Computer, der gerne mal ein rebellisches Eigenleben entwickelt.
Sie sehen: Vince widmet sich den großen Themen: Arbeit, Leben, Sudoku und Thermodynamik. Letztere besagt eindeutig, daß es mit unserem Universum unaufhaltsam bergab geht. Anderseits sagt sie auch: "Man kann den absoluten Nullpunkt niemals erreichen." Egal, wie beschissen es Dir also geht, es ist immer noch Luft nach unten. Und das ist doch schon mal eine tröstliche Botschaft. Live long and prosper. Zukunft is the future.

 
FR 11. & SA 12.5.
Marius Jung
Yeah, Yeah, Yeah!
Die 60er Tribute-Show
 
Deutschland in den wilden 60ern: es brodelt! Prüderie vs sexuelle Revolution, Kolle kontra Konvention. Sexy-Rexy versus Stones. Dicke Luft. Nebelschwaden aus Nikotin wabern durchs grellbunttapezierte Wohnzimmer, während Alt und Jung um die besten Plätze vorm S/W-Fernseher kämpfen, Mutti von der ersten Koch-Show mit Clemens Wilmenrod, der eigentlich Schauspieler ist, schwärmt und den von ihm erfundenen Toast-Hawaii kredenzt, Oma und Opa von der "Feuerzangenbowle" begeistert sind, die Kids dagegen von Uschi Nerke und Leckebuschs Beat-Club im Gegensatz zu Vati, der lieber Fußball mit "Mister Sportschau" Ernst Huberty sehen will. Nur "Einer wird gewinnen" – gucken alle gemeinsam.
Marius Jung taucht tief ein in diese Zeit, als die perfekte Bügelfalte ohne Vorwarnung auf den "Summer of Love" trifft. Es gibt zwar Pop-, Rock- und Soul-Musik, doch Englisch spricht so gut wie niemand. Und so dichtet man tapfer und kreativ Hits aus Übersee zu "duften" Liedern um. Aus "When A Man Loves A Woman" wird "Wenn es Nacht wird in Harlem", aus "Paranoid" von Black Sabbath der "Hund von Baskerville"... Lieder und Geschichten, von den Beatles über Cindy & Bert zu Otis Redding.
Der lässige Schlacks in Anzug und Turnschuhen, brillanter Kabarettist, Entertainer, Besatzungskind, Vater Amerikaner, Mutter Deutsche, ein menschliches Ü-Ei – außen schwarz, innen weiß, "mit Soul im Blut und Millowitsch im Hirn", wagt sich in den Zeitstrudel und entführt seine Zuschauer auf eine turbulente Reise in die Ära der sehr komischen Widersprüche. Wie singt doch Roberto seit knapp 5 Jahrzehnten: "Ein bißchen Spaß muß sein!"



 
 
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