Kabarett
Fr. 13.11.2020 | 19:00 Uhr | Unterhaus

Nessi Tausendschön

30 Jahre Zenit
Programm

Operation „Goldene Nase“
Menschen wollen lachen. Wir sind Menschen, wir wollen glücklich sein
und nicht immer nur hadern. Aber oft eben auch doch. Und genau
das ist es, was abends auf Kabarettbühnen im besten Fall passiert: Elegantes, kluges und
schönes Hadern mit den großen, aber auch mit den kleinen Themen des Lebens. Scheitern
als Schanze, Erfolg durch Zufall, Glück als Resultat kontinuierlichen Strebens nach
Erkenntnis.


Seit 30 Jahren ist Nessi Tausendschön nicht von der Bühne zu bomben. 30 Jahre mondän
kultiviertes Schabrackentum, geschmeidige Groß- und Kleinkunst, Verblüffungstanz,
melancholische Zerknirschungslyrik und schöne Musik. Wenn Nessi die Brüche des Lebens
zelebriert, dann erwachen selbst die Seelenblinden im Publikum aus der distanzierten
Erstarrung, dann verwischen sich die Grenzen zwischen innerer, erinnerter seelischer
Realität und äußerer leibhaftiger Gegenwart, zwischen Öffentlichkeit und Privatem, ja
Intimem und kein Auge bleibt trocken. Kurz gesagt: Nessi hat als Kabarettistin eine Zunge
wie eine Reitpeitsche, als Sängerin aber eine Stimme wie ein Engel. Eine wunderbare
Kombination.
Nessi Tausendschön ist eine echte Platzhirschin der deutschen Kleinkunstszene und man
kennt sie aus Fernsehen und Radio, aus dem Satiregipfel oder als regelmäßige Gästin bei
Gerburg Jahnkes „Ladies Night“ im WDR und der ARD oder in "Die Anstalt“ im ZDF.
Der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass 30 Jahre Bühnen-Dasein an Frau Tausendschön
aber auch nicht spurlos vorüber gegangen sind: Sie ist Trägerin des Deutschen
Kleinkunstpreises und des Salzburger Stiers. Diese Auszeichnungen mögen stellvertretend
für die zahlreichen anderen Ehrungen stehen, mit der die Kulturindustrie das
kabarettistische Naturereignis Nessi Tausendschön gewürdigt hat.


Und eines noch: Seit der Böhmermannaffäre wissen wir alle: Satire bewirkt doch etwas,
und wenn es nur eine Staatsaffäre ist, haha. Und mit dem Wissen um das kleine Rädchen
im großen Weltengefüge, das ich bin, kann ich guten Gewissens sagen: Ich bin gerne
Kabarettistin. Eine Amüsierdame, eine Lustigkeitshure, eine Witzeprostituierte, eine
Scherzkeksin, eine Spaßkurtisane, eine Fezdirne, eine Joke-Bitch, eine Juxnutte, eine
Gagschlampe, ein Ulk-Callgirl, im Norden sagt man wohl: eine Lachmöse, heute auf
Neusprech heißt das „Joke Account Facility Managerin“.